16|07 Umnutzung, Umbau und Sanierung Blücher-Kaserne in Hemer

Umnutzung, Umbau und Sanierung Blücher-Kaserne in Hemer

Der Block 24 der ehemaligen Blücher Kaserne in Hemer ist zu einem Büro- und Rechenzentrum für ein Dienstleistungsunternehmen der IT-Branche mit einer Nutzfläche von ca. 4.400 m2 umgebaut worden. Das Gebäude ist Bestandteil einer Kasernenanlage aus den 1930er Jahren. Diese ist eingebettet in den Sauerlandpark Hemer, der aus der Landesgartenschau von 2010 hervorgegangen ist. Die bestehende Gebäudestruktur mit einer Länge von ca. 80m und einer Breite von ca. 17m weist neben dem Kellergeschoss und dem Erdgeschoss zwei Obergeschosse und ein Dachgeschoss auf.

Konzeptionsphase
Um während der ersten Konzeptphasen eine hohe Kosten- und Planungssicherheit zu erlangen, wurden bereits während der Vorentwurfsplanung umfangreiche örtliche Untersuchungen des Bestandes durchgeführt. Diese beinhalteten, neben der statischen Bewertung des Bestandes mit Bewehrungsscans und der Einstufung der Betongüte, auch die Untersuchung des Luft- und Trittschallverhaltens des Gebäudes. Da der Verdachtsfall auf Altlasten im Bestand vorlag, wurde durch das Sachverständigenbüro Richardson eine Untersuchung durchgeführt, um mögliche Maßnahmen zu bewerten.

Ein Teil der Deckenkonstruktion des ehemaligen Kasernengebäudes besteht aus Hohlsteindecken, bei denen aus heutiger Sicht ein rechnerischer Nachweis in der notwendigen F90-Qualität nicht möglich ist. Über ein weiteres Gutachten, unter Zugrundelegung von Prüfverfahren der Materialprüfanstalt in Braunschweig, konnte aber der entsprechende Nachweis durchgeführt werden, so dass auf eine kostenintensive Ertüchtigung der Bestandsdecken verzichtet werden konnte.

Nutzungskonzept
Das Nutzungskonzept des Gebäudes sieht eine Erschließung über die Kopfseite des Gebäudes vor. Die Anlieferung erfolgt über das Kellergeschoss. In den Obergeschossen sind die Flächen für die Büros, sowie die Räume der IT-Technik untergebracht. Die vorgefundene Gebäudestruktur mit den natürlich belichteten Nutzungszonen an den Längsfassaden und der großzügigen, mittigen Flurzone konnte weitestgehend erhalten bleiben. So konnten die baulichen Eingriffe gering gehalten werden.

An das Gebäude, das Dienstleistungszentrum für IT-Anwendungen dient, werden hohe technische Anforderungen gestellt. So wird neben den besonderen Brandschutz- und sicherheitstechnischen Auflagen auch eine Redundanz der technischen Infrastruktur hergestellt. Das Gebäude wird mechanisch be- und entlüftet. Die Anlage ist hierbei mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet, so dass hiermit, im Zusammenspiel mit der hoch wärmegedämmten Fassade und der Nutzung von Fernwärme, der Standard „KfW-Effizienzhaus 85“ erreicht wird.

Mit dem Baubeginn der Maßnahme konnte termingerecht Anfang Dezember 2013 begonnen werden. Der Umzug der Citkomm in die neuen Räumlichkeiten erfolgte im Frühjahr 2016.

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